Egbert Schuwardt –
Wirtschaftsmediator aus Wuppertal

Egbert Schuwardt – Wirtschaftsmediation

Schon recht lange habe ich mich im Rahmen meiner Fortbildungen im Bereich der Steuerberatung gefragt, ob Fachberater für Unternehmensnachfolge alleine steuerrechtliche , rechtliche und betriebswirtschaftliche Kenntnisse erfordert.

Insbesondere ist mir aufgefallen, dass sich sehr vieles ändert, wenn mit einem Mal in einem Familienunternehmen mit Vater als Inhaber und Sohn oder Tochter als vorgesehene Nachfolgerin unterschiedliche Vorstellungen (Wertvorstellungen) über die Firmenfortführung aufeinanderstoßen.

Als ich dies immer deutlicher merkte, dass es eben nicht alleine um die Beratung zu steuerlichen Rahmenbedingungen geht, habe ich mich entschlossen eine Ausbildung zum systemischen Coach zu beginnen und habe dann im Jahre 2015 eine weitere Fortbildung zum Wirtschaftsmediator an der Mediationsakademie in Berlin abgeschlossen.

Selbst friedliche Menschen geraten einmal in Konflikte. Kommt man alleine nicht weiter, so wird der Rechtsanwalt und das Gericht eingeschaltet. Die Mediation ist jedoch nach meiner festen Überzeugung der effektivere, aber vor allem kosten- und damit auch zeitsparende Weg.

Der Begriff Mediation kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „Vermittlung“.

„Konflikte verwandeln Menschen. Rauben ihnen die Fähigkeit, einander wahrzunehmen. Beide Seiten erschaffen Feindbilder, hinter denen das reale Gegenüber zusehends verschwindet. Am Ende sieht jeder im Anderen nur noch das personifizierte Böse.“ (1)

Mediation geht zunächst einmal davon aus, dass die Konfliktparteien selbst und nicht der Mediator die besten Experten für die Lösung ihrer eigenen Probleme sind. Die Mediation ist ein vertrauliches und strukturiertes Verfahren (Vertraulichkeit und Struktur ist das, was Sie von Ihrem Steuerberater immer erwarten). Im Mediationsverfahren streben die Konfliktparteien mithilfe eines Mediators freiwillig und eigenverantwortlich eine einvernehmliche und dauerhafte Beilegung ihres Konfliktes an.

Warum aber gelingt es den Konfliktparteien nicht selber die Probleme zu lösen?  Der Konflikt selber hat den Parteien den Zugang zu ihren eigenen Stärken und Fähigkeiten verbaut und blockiert.

Mediation leistet diesen Beitrag, weil der Mediator den Konfliktparteien für die Dauer der Regelungssuche eine sichere Struktur zur Verfügung stellt. Diese sichere Struktur regelt und stabilisiert den Kommunikationsprozess zwischen den Parteien.

Als Mediator unterstütze ich als allparteilicher Dritter die Konfliktparteien bei ihren Bemühungen in eigener Verantwortung eine optimale Lösung und eine Regelung für ihren Konflikt zu finden.

(1) GEO Sonderheft Ausgabe 1/ 2016 „Die Kunst der Versöhnung“, Seite 70

Prinzipien der Mediation

Transparenz
Alle Parteien wissen zu jedem Zeitpunkt was passiert. Allerdings bestimmen die Parteien selbst, was alle wissen dürfen und welche Informationen im Einzelgespräch bei den Parteien verbleiben

Freiwilligkeit
Das Verfahren ist freiwillig. Jeder, auch der Mediator darf das Verfahren jederzeit abbrechen.

Vertraulichkeit
Es wird Vertraulichkeit vereinbart.

Eigenverantwortung
Die Parteien sind für die Regelungen, die sie finden, ausschließlich selbst verantwortlich.

Kenntnis aller entscheidungsrelevanten Tatsachen.
Eine Regelung, die sich in der Realität anschließend bewähren soll, kann von allen Beteiligten nur dann gefunden werden, wenn alle entscheidungsrelevanten Tatsachen im Mediationsverfahren vorgelegt werden.

Partizipation
Das gesamte Verfahren erfordert die aktive Mitwirkung aller Parteien.

Allparteilichkeit
Der Mediator ist allparteilich. Er ist allein daran interessiert, die Beteiligten bei ihren Bemühungen zu unterstützen, eine für sie optimale Regelung zu finden.

Ergebnisoffenheit
Die Mediation greift der Entscheidung über ein Ergebnis nicht vor.

Am Ende steht eine rechtsverbindlich Regelung

Quelle: Praktischer Kurzleitfaden Wirtschaftsmediation von Dr. Thomas Henschel

Methoden der Mediation

Sokrates kann vielleicht als geistiger Vater der Mediation genannt werden, weil er keine klugen Gedanken geäußert hat, sondern kluge Fragen gestellt hat.

Das zentrale Anliegen der Mediation ist es, die Konfliktparteien wieder in ein Gespräch zu bringen. Die Konfliktparteien sollen den Ablauf so steuern, dass sie im Sinne des Harvard Konzepts

  • Sache und Person voneinander trennen,
  • Interessen der Konfliktparteien kennen zu lernen und auszugleichen und
  • Entscheidungsalternativen zu suchen, die von allen anerkannt werden, um so einen Gewinn für alle Beteiligten zu schaffen.

So wie eine Mutter den Streit ihrer Kinder über eine Orange lösen könnte, in dem sie die Orange in zwei Hälften teilt.

Sind die Kinder dann zufrieden?

Fragt die Mutter ihre Kinder jedoch nach den Interessen:

„Was willst du denn mit der Orange machen?“ könnte sich folgendes ergeben.
„Ich brauche die Orangenschale zum Kuchenbacken“ ,
„Und ich möchte den Saft der Orange“.

Ein, so finde ich, wunderbares Ergebnis, welches beide Kinder als Gewinner in diesem Konflikt da stehen lässt.

Phasen der Mediation

Ich habe die Ausbildung zum Wirtschaftsmediator an der Mediationsakademie in Berlin absolviert.

Einer meiner Trainer an dieser Akademie Herr Dr. Thomas Henschel hat das sogenannte U-Modell entwickelt. Danach läuft die Mediation in V Phasen ab:

Phase I
Klären, ob das Mediationsverfahren geeignet ist. Abschluss eines Mediationsvertrages.

Phase II
Erstgespräch mit den Beteiligten und Klärung, was geregelt werden soll.

Phase III
Konfliktbearbeitung mit dem Ziel des gegenseitigen Verstehens und Verständnisses für die Positionen sowie die Interessen und Bedürfnisse der Beteiligten.

Die Phase III
ist das Herzstück der Mediation. In dieser wird ein gemeinsamer Kriterienkatalog erstellt.

Phase IV
Kreative Optionenentwicklung und Bewertung der Lösungsoptionen

Phase V
Gemeinsame Vereinbarung bzw. Abschluss eines Vertrages (in der Regel durch einen Rechtsanwalt). In dieser Phase V findet auch ein Realitätscheck statt.

Kosten der Mediation

Das Honorar für eine Mediation wird auf Stundenbasis vereinbart. Der Stundensatz hierzu beträgt 200,00 € pro Stunde zzgl. Umsatzsteuer.

Letztendlich zählt jedoch für Sie nicht die Summe der Stundensätze, sondern die Dauer der Mediation. Im Zusammenspiel mit den Konfliktparteien kann das Mediationsverfahren wesentlich schneller und damit kostengünstiger beendet werden als ein langer Rechtsstreit. Zum Vergleich können die Kosten herangezogen werden, die bei einem Gerichtsprozess anfallen (siehe http://anwaltverein.de/de/service/prozesskostenrechner).

Der Vergleich zeigt, dass bei einem Streitwert von 500.000,00 € alleine in der 1. Instanz bereits Kosten bis zur Höhe von 29.700,00 € anfallen können, wenn man den Prozess verlieren würde.

Eine Mediation über eine Dauer von 10 Stunden kosten lediglich 2.000,00 €.

Ist das nicht einen Versuch wert sich mit den Konfliktparteien an einen Tisch zu setzen?

Haben Sie Fragen? Möchten Sie uns kennenlernen? Nehmen Sie Kontakt zu uns auf! Wir unterstützen Sie bei Ihren steuerlichen Angelegenheiten.

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